Energieträger und Energiebedarf

Bei der Erarbeitung eines Energiekonzeptes ist zunächst festzuhalten, dass es Energieträger gibt, deren Potenzial bedarfsgerecht abgefordert werden kann, und solche, bei denen dies nicht gelingt.

Genauso ist zu unterscheiden, ob die Energieträger wegen eben dieser Möglichkeit, bedarfsgerecht eingesetzt zu werden oder eben nicht, in der Lage sind, die normale Grundlast an Energieversorgung, also den täglichen und nächtlichen “Normalbedarf” zu jeder Uhrzeit, zu liefern.

Einfach ausgedrückt lassen sich alle Energieträger, die permanent in erforderlicher Menge zur Verfügung stehen oder beschafft werden können, zur Deckung einer Grundlast einsetzen. Dazu zählen, solange wie wir sie beschaffen und bezahlen können, alle fossilen Energieträger, also Öl, Kohle, Gas, und nach entsprechender Anreicherung, auch Uran. Auch Biogas kann eine Grundlast decken, steht aber nur in begrenzter Menge zur Verfügung.

Der Schwachpunkt bei den genannten Energieträgern, außer bei Biogas, ist, dass sie immer knapper werden, dass sie eigentlich schon lange zu wertvoll sind (Öl), um sie einfach nur zu verheizen oder zu verstromen, und dass sie den CO2-Haushalt dauerhaft und nachhaltig negativ beeinflussen. Die negativen Aspekte der Gewinnung und Anreicherung von Uran sowie das weltweit ungelöste Problem der Entsorgung von Atommüll plus die Probleme durch Gefahr von Verstrahlung im Falle von Pannen, Schäden, Kriegen oder Naturkatastrophen kommen noch hinzu.

Alle regenerativen Energieträger, nämlich Wind, Sonne, Wasser, liefern Energie immer nur dann, wenn die Bedingungen dafür stimmen.

Wind muss wehen – das tut er nicht unbedingt dann, wenn der Strom gebraucht wird, der dann produziert wird.

Dafür kann man Wind nicht verbrauchen.

Sonne muss scheinen. Es gibt aber auch bedeckte Tage, es gibt starke Unterschiede zwischen Sommer und Winter, und vor allem gibt es die Nacht, in der aus Sonnenenergie gar kein Strom erzeugt werden kann. Auch hier richtet sich also das Angebot nicht nach der Nachfrage.

Aber die Energie der Sonne wird in den nächsten Milliarden Jahren nicht versiegen.

Wasser muss fließen, und zwar in ausreichender Menge. Und auch dies ist abhängig von Faktoren, die mit dem Strombedarf nicht überein stimmen.

Aber auch Wasser als Energieträger wird nicht verbraucht, sondern nur verschoben.

Damit zeigt sich das große Dilemma für die Umstellung der Energieversorgung auf 100% Erneuerbare Energien.

Strom aus Wind- oder Sonnen- oder Wasserkraft lässt sich im Stromnetz nicht speichern, und derzeitige Akkus sind sehr teuer, sehr aufwendig in der Herstellung, sehr schlecht im Wirkungsgrad und in der Kapazität, und überdies nicht sehr lange haltbar. Wärme lässt sich ebenfalls nicht gut speichern.

Es müssen, neben der Ausnutzung von Einsparmöglichkeiten beim Energieverbrauch, Lösungen gefunden werden, um den tatsächlichen Bedarf an Strom oder Wärme entweder den Produktionsmöglichkeiten anzupassen, z.B. durch intelligente Steuerung von Elektrogeräten, die dann laufen, wenn Strom zur Verfügung steht, oder aber durch geeignete Formen der Speicherung von gewonnener Energie, um sie dann bei Bedarf abrufen zu können.

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